Beiträge aus dem Online-Dialog
Welches Umweltthema braucht mehr Aufmerksamkeit?
Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Zwischen dem 17.2. bis 26.3.2010 haben viele Bürger und Bürgerinnen dem Bundesumweltministerium ihre Meinung zu diesen Fragen mitgeteilt. Wir danken allen, die sich beteiligt haben! Der zusammenfassende Auswertungsbericht wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.
Das sagen andere
Abfall & Kreislaufwirtschaft
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Nährstoffkreisläufe
Pflanzennährstoffe sind grundlegend für unser aller Ernährung. Täglich essen wir und unsere Nutztiere die Planzen die mittels dem Einsatz von Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphat, Kalium und anderen Spurenelementen gewachsen sind.
Mit grossem Aufwand werden diese Nährstoffe gewonnen. Stickstoff wird aus der Luft (N) erzeugt und dafür wird rund 10% des Weltprimärenergiebedarfs darauf verwendet. Phosphate werden aus Lagerstätten abgebaut.
Nach dem Ausbringen auf die Felder und dem Erzeugung von Nahrung werden der grösste Teil dieser Nährstoffe ausgeschieden. Im menschlichen Urin sind weit über 90% dieser Stoffe enthalten.
MIt oft wiederum grossem Aufwand werden diese Stoffe, -inzwischen meist hochverdünnt durch Trinkwasser -, im Klärwerk aus dem Wasser entfernt. Sie landen zu oft als Klärschlämme zB auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen und sind so aus dem natürlichen Kreislauf entfernt und fast unerreichbar.
Der andere Teil geht all zu oft in die Flüsse und Meere und belastet dort die Ökosysteme.
Dieses Vorgehen ist unverantwortlich, insbesondere wenn man beachtet dass die Phosphat -Reserven extrem limitiert sind und die Reichweiten auf 40-80 Jahre geschätzt werden.
Ich möchte anregen, dass umgehend Strategien entwickelt werden Urin und andere Stoffe als Rohstoffquellen genutzt werden können. Trennsysteme, Sammeltanks und die doppelte Nutzung bestehender Kanalisationsinfrastruktur können für die getrennte Sammlung von Urin genutzt werden und die enthaltenen Nährstoffe effizient weitergenutzt werden.
Ähnliches gilt für die Landwirtschaft.
Ich denke, dieses Thema ist grundlegend wichtig für die Ernährung der Menschheit und wird leider sehr stiefmütterlich behandelt. Ich möchte darum bitten, dass dies mit hoher Priorität angegangen wird.
Bernd Schreiner
http://www.wasserunderde.de
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Kommentare
Hallo Herr DIPL ING THEOBALD
Die Nährstoffe die man vom Acker entfernt müssen nachgeliefert werden. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden. Es gibt stickstoffanreichernde Pflanzen, Organismen, und auch Lebewesen wie Regenwürmer können zB Stickstoff eintragen. Andere Stoffe werden durch den Aufschluss von Mineralien bereit gestellt. Diese natürlichen verfahren sind aber inkompatibel zu den modernen Bewirtschaftungsmethoden und Erträgen.
Wenn man nicht hinreichend nachliefert, laugt man die Böden aus.. das geht einige Jahre aber dann ist es irgendwann vorbei.
Früher wurde über den Mist und die Gülle die Nährstoffbilanz auf dem Acker verbessert, indem die natürliche Steigerung des Grünlandes konzentriert auf die Äcker kamen.
Die Methode ohne Mist und Gülle ist nicht wirklich sinnvoll und impliziert dass dass mineralische Düngerstoffe (Kunstdünger) auf den Acker müssen. Gewisse Anbaumethoden (Wechsel/Zwischenfrucht, Untersaat und Brache) können auch in gewissen Massen dies kompensieren.
Jedoch ist dies in der Praxis mit deutlich reduzierten Erträgen verbunden (wie zB bei vielen grossen Biobetrieben).
Andere Stoffe sind deutlich problematischer als zB Stickstoff..
Bernd
Frage als Laie: Wie paßt das zu der Bewirschaftungsart "ohne Mist und ohne Gülle" die "Gut zum Leben" praktiziert?
DIPL ING THEOBALD
sorry für die Tippfehler ;)