Beiträge aus dem Online-Dialog
Welches Umweltthema braucht mehr Aufmerksamkeit?
Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Zwischen dem 17.2. bis 26.3.2010 haben viele Bürger und Bürgerinnen dem Bundesumweltministerium ihre Meinung zu diesen Fragen mitgeteilt. Wir danken allen, die sich beteiligt haben! Der zusammenfassende Auswertungsbericht wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.
Das sagen andere
Ressourcenschonung
Kommentare: 6
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Stuttgart 21 ist der gewalttätigste Eingriff in das Ökosystem des Stuttgarter Talkessels, seit Menschen hier siedeln
Man kann mit Fug und Recht behaupten,
dass noch nie ein solch plötzlicher,
quantitativ und qualitativ tiefgreifender
Eingriff, wie er mit der Baumaßnahme
Stuttgart 21 droht, im sensibelsten
Teil unserer Stadt, dem Talkessel
durchgeführt werden soll. Nicht
nur, weil die quer gelegte unterirdische
Bahnhofshalle (90mX400mX12m) am Talkesselausgang
zum Neckartal dammartig in das
talauswärts gerichtete Grundwasser
eingreift, den Grundwasserfluss stört
und diesen abschneidet, sondern
auch, weil man mit diesem Eingriff
gleichzeitig die Lebensfähigkeit des
Baumbestands (mangels Wasserversorgung)
unterhalb der Querung aufs
Spiel setzt. Dies gilt gleichermaßen für
die Klimawirksamkeit der gesamten
Unteren Anlagen (Speicher, Filter,
Temperaturausgleich, Staubbindung,
CO2-Senke) die – wie jeder weiß – von
einer gewissen Flächengröße und vom
Grundwasserstand abhängt. Außerdem
wird eine mögliche Schädigung
der Mineralquellen zumindest billigend
in Kauf genommen und ein wesentlicher
Teil des Parks durch die
Bahnhofs-Baustelle zerstört.
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Kommentare
Über die Bäume:
Eine etwa 100 Jahre alte Buche sollten Sie sich etwa 20 m hoch und mit etwa 12 m Kronendurchmesser vorstellen. Mit mehr als 600 000 Blättern verzehnfacht sie ihre 120 qm Grundfläche auf etwa 1200 qm Blattfläche. Durch die Lufträume des Blattgewebes entsteht eine Gesamt- Oberfläche für den Gasaustausch von etwa 15 000 qm, also zwei Fußballfeldern! 9 400 l = 18 kg Kohlendioxid verarbeitet dieser Baum an einem Sonnentag. Bei einem Gehalt von 0,03 % Kohlendioxid in der Luft müssen etwa 36 000 cbm Luft durch diese Blätter strömen. Die in der Luft schwebenden Bakterien, Pilzsporen, Staub und andere schädliche Stoffe werden dabei größtenteils ausgefiltert. Gleichzeitig wird die Luft angefeuchtet, denn etwa 400 l Wasser verbraucht und verdunstet der Baum an dem selben Tag. Die 13 kg Sauerstoff, die dabei vom Baum durch die Fotosynthese als Abfallprodukt gebildet werden, decken den Bedarf von etwa 10 Menschen. Außerdem produziert der Baum an diesem Tag 12 kg Zucker, aus dem er alle seine organischen Stoffe aufbaut. Einen Teil speichert er als Stärke, aus einem anderen baut er sein neues Holz. Wenn nun der Baum gefällt wird, weil eine neue Straße gebaut wird, oder weil jemand sich beschwert hat, dass der Baum zu viel Schatten macht oder gerade dort ein Geräteschuppen aufgestellt werden soll, so müsste man etwa 2000 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von jeweils 1 cbm pflanzen, wollte man ihn vollwertig ersetzen. Die Kosten dafür dürften etwa 150 000,- ? betragen. Mehr unter http://www.die-gruene-stadt.de.
Grüße
Jürgen Reinel
Parkschützer 3178 / Stufe 3
Wir haben nun soviele sachliche Punkte zusammengefasst, eigentlich wissen alle die unsere Kommentare gelesen haben worum es geht.
Aber eines ist mir noch wichtig zu betonen, das Projekt geht gegen jeglichen gesunden Menschenverstand, und das geht nicht nur mir so, denn viele Stuttgarter mit denen ich bereits im Rahmen der Montagsdemos oder auch bei Gesprächen im Schloßgarten gesprochen haben sind der gleichen Meinung, das Projekt Sarg-21 verstößt gegen jeglichen gesunden Menschenverstand, es ist unlogisch, bizarr und die Art und Weise wie es dennoch gnadenlos durchgezogen werden soll sachlich, fachlich und Menschlich in keinster Weise nachvollziehbar.
Jürgen Reinel
Parkschützer 3178 / Stufe 3
Ich habe jahrelang im Kessel Stuttgarts gearbeitet. Die Sommer waren zum Teil unerträglich. Wenn in den Außenbezirken 30°C gemessen wurden, waren es in der Innenstadt 45°C und mehr. Man bekam kaum Luft und war froh, wenn man dem Kessel entfliehen konnte. Durch das Zubauen der letzten Frischluftschneise am Bahnhof kann dies nur schlimmer werden und wenn ich mir dann noch vorstellen, dass diese Großbaustelle Staub und Dreck in die Luft abgibt, dann gute Nacht für die Innenstadt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen dort dann gesundheitliche Probleme bekommen bzw. daran sogar sterben.
Die Bäume im Park und der Park an sich sind ein Naherholungsgebiet für den Innenstadtbereich. Dieser Park wird genutzt von vielen Menschen, sei es in der Mittagspause oder am Abend und am Wochenende. Nicht jeder kann es sich leisten, ständig zu verreisen. Aber jeder Mensch hat ein Recht auf frische Luft zum Leben und Erholung. Auch jemand, der in der Innenstadt wohnt.
Außerdem bitte ich auch zu bedenken, dass viele Vögel aus der Wilhelma sich tagsüber im Rosensteinpark und im Schlossgarten aufhalten. Des nächstens gehen sie alle wieder zurück in die Wilhelma. Aber ich glaube, dass dies schon einzigartig ist, auf einer Parkbank zu sitzen und Papageien beobachten zu können, wie sie hier eigentlich nicht vorkommen. Auch unsere heimischen Vögel werden vertrieben und m.E. können wir es uns nicht leisten, Vögel und anderen Parkbewohnern den Lebensraum zu entziehen.
Wenn ich die Bilder von S21 sehe, dann könnte ich lauthals lachen. Dort werden durch die "Glubschaugen" Bäume gezeigt. Das soll suggerieren, dass dort Bäume angeplanzt werden. Ich wusste nur noch nicht, dass Bäume und Pflanzen generell im Beton wachsen und gedeihen.
Das unterstütze ich voll und ganz, ergänzend dazu ist noch zu sagen das nach Untersuchungen des Stuttgarter Talkessel-Klimas (nachzulesen bei der Stadt Stuttgart unter Stadtklima) die unbebaute Gleisfläche eine ausgleichende Wirkung auf das Stadtklima ausübt, und zwar kühlen sich die Schienen und der darunterliegende Schotter in der Nacht stärker ab als die Umgebung und helfen dadurch das Klima an heißen Sommertagen zu regulieren, deshalb ist es zumindest für das Stadtklima gar nicht so gut wenn die Flächen später bebaut werden.
Zur Rodung der Bäume muß ich sagen das ich diesen Punkt am verwerflichsten an dem ganzen Projekt finde, durch die Baustelle sollen über 280 zum großen Teil jahrhunderte alte Baumexponate, die das ganze letzte Jahrhundert mit seinen 2 Kriegen schadlos überlebt haben, gefällt werden. Diese Bäume sind Zeitzeugen und ein integraler Teil des Stuttgarter Schloßgartens, wenn Sie reden könnten würden Sie uns Geschichten erzählen können die wir nie erfahren werden.
Leider können sich diese Giganten nicht wehren, manchmal wünsche ich mir sie hätten die Fähigkeiten des "Magischen Baumes" aus Harry Potter, deshalb ist es unsere Pflicht uns für diese Prachtkerle einzusetzen und sie gegen die Bedrohung zu schützen.
Desweiteren wird uns trotz vieler Nachfragen bei den Projektverantwortlichen nicht erklärt was für die restlichen 500-600 Bäume in diesem Parkabschnitt getan wird, die zwar nicht direkt von der Rodung betroffen sind, aber durch die Grundwasserabsenkung einem hohen Risiko des Vertrocknens preis gegeben sind, zwar wird beteuert das dafür gesorgt wird, aber wie das aussehen soll, dazu schweigt sich das Projektmanagement aus, hier wäre die berühmte Kommunikation die die Herren Drexler und Grube versprochen haben doch mal angebracht.
Eines ist dazu auch noch zu bemerken, die geplante Baustelle befindet sich 300 m vom Neckartor entfernt, die am stärksten mit Feinstaub belastete Stelle in Stuttgart, die jedes Jahr an durchschnittlich +- 50 Tagen über den Feinstaub Grenzwerten liegt, es ist gar nicht abzuschätzen wie sich die Rodung von 300 großen Bäumen an dieser hochbelasteten Stelle auswirkt.
Vor allem weil die Feinstaubbelastungen ja durch die Baustelle mit Sicherheit nicht geringer werden. Es ist unfaßbar, an solchen Stellen sollten generell von Bund und EU Baumaßnahmen generell verboten werden.
Die Logistikstraße ist ein weiterer Punkt meiner Kritik, es wird ja extra für die ca. 2.500 LKW Ladungen Abraum eine Straße gebaut, einerseits löblich, andererseits ist die Geschichte mit dem Abtransport auch nicht richtig durchdacht - zumindest wenn man von sich behauptet ein ökologisches Projekt zu sein - Ich habe beim Projektsprecher bereits eine Anfrage laufen ob es nicht möglich wäre die Logistikstraße mit einer langen, geschlossenen Förderanlage zu versehen um LKW Fahrten einzusparen, denn wenn man das mal hochrechnet 2.500 LKW-Fahrten zu jeweils ca. 4km bis zum inneren Nordbahnhof sind schon 10.000 km und zurück müssen die Fahrzeuge ja auch wieder, dann werden täglich 20.000 LKW Kilometer in der Innenstadt verfahren, das wäre doch sicher zu reduzieren auch wenn vielleicht nur 1000 Fahrten eingespart werden könnten wäre das ja schon mal ein Erfolg, gänzlich verschwinden würden die LKW's zwar dadurch nicht, da sie ja auch Material vom inneren Nordbahnhof zur Baustelle bringen sollen.
Aber das wäre ja schon mal ein Ansatz, aber leider bekommt man auf seine Fragen und Verbesserungsvorschläge keine oder nur sehr oberflächliche Textbausteinantworten, so stellt man sich Kommunikation nicht vor.
Dann muß ich noch meine Bedenken zur generellen Idee des Projekts äußern, mir erschließt sich bis heute nicht wie jemand auf die Idee kommen kann an der schmalsten Stelle eines Tales einen Bahnhof in Querrichtung zu bauen, da hätte doch schon jemand in den ersten Planungsphasen "STOP" schreien müssen, es ist nie gut sich mit so einem großen Projekt gegen die natürliche Ausrichtung zu stellen, ein Boot ist solange stabil solange man mit oder wenn möglich gegen die Wellen fährt, versucht man dagegen im 90 Grad Winkel gegen die Wellen mag das bei kleinen noch gehen und halt nur ein bischen unangenehm sein, bei größeren Wellen kann man schon mal die Schwimmweste anlegen.
Was ich damit sagen will, der neue Sargbahnhof stellt sich gegen im 90 Grad Winkel gegen die Natur, gegen Grundwasser- und Mineralwasserströme, gegen die Frischluftschneisen. Er führt vom einen Bergsockel zum anderen Bergsockel und ist nur über Tunnels erreichbar, diese Tunnels bergen ein hohes Maß an Risiko, denn sie verlaufen zum großen Teil im Gipskeuper, einem Gestein das bei Kontakt mit Wasser die Eigenschaft hat aufzuquellen, gewiss sind das nicht die ersten und einzigen Tunnels die in Stuttgart durch dieses Gestein getrieben wurden, aber 50 m neben der geplanten Einstichstelle liegt die ehemals geplante 2. Tunnelröhre des Wagenburgtunnels, die aufgrund oben genannter Umstände und daraus folgender Unfinanzierbarkeit nie fertig gebaut wurde und nun den Musik-Club "Röhre" beinhaltet, der auch wegen S21 aufgegeben werden muß. Ich möchte nun nicht behaupten das etwas passieren muß, aber es kann und wenn dann hat es unübersehbare Folgen und Kosten, Beispiele gibt es genug - Engelbergtunnel, Autobahntunnel Oberndorf, Geothermiebohrungen in Staufen -
Was mir in diesem Kontext noch Sorgen macht ist das ein Baufirma im Unterstützerkreis für S21 sitzt, die besonders in den letzten Wochen fast täglich für neue Negativschlagzeilen sorgt, auch auf diesen Umstand habe ich das Projektsprecherbüro hingewiesen, bei allem Respekt, aber unsere Geologie verträgt keinen (salopp ausgedrückt) "Pfusch am Bau" sonst sind die Vorkommnisse in Köln bald nur noch ein Vorspiel auf das große Finale von Stuttgart.
Ein großer Minuspunkt ist auch die lange Bauzeit dieses Projekts, 10+x Jahre Lärm, Staub, Schlamm, Abgase der Baumaschinen, davon ca. 6 Monate lang die Rammschläge für die 3.500 Fundamentpfeiler die unter den Betontrog im dann ehemaligen Schloßgarten mit Dampframmen und "Freifallbären" eingerammt werden sollen, diese Gesamtbelastungen über diesen langen Zeitraum sind einfach nicht akzeptabel, wenn es dann wenigstens Sinn machen würde, aber hier wird ein gut funktionierender und mit vergleichsweise wenig Mitteln zu ertüchtigendes Bahnhofssystem mit einer Lösung ersetzt, deren Nutzen und Leistungsfähigkeit schon vor dem ersten Spatenstich nicht nur fraglich sondern nachweislich unter der des ertüchtigten Kopfbahnhofes liegt.
Dies hat mich zu der Überzeugung gebracht, das es nie auch nur ansatzweise das Ziel wahr einen gut funktionierenden Bahnknoten zu schaffen sondern sich alles nur um die Vermarktung der freiwerdenden Grundstücke dreht, die aber genauso wie alle anderen ProS21 Argumente kritisch hinterfragt werden muß. Bisher ist nicht sehr viel auf der A1 Brache passiert, die schon seit über 10 Jahren frei zum bebauen gewesen wäre. Und was den Wohnungsbau angeht so zeigt das Turmforum deutlich wie dieser familienfreundliche neue Stadtteil aussieht, wer es sich schon mal in live anschauen will braucht nur mal vom UFA Palast aus die Rosensteinstraße Richtung Nordbahnhof hochfahren, genauso "geschmackvoll" werden die neuen Stadtviertel auch aussehen. So stelle ich mir einen neuen Stadtteil nicht vor, ich würde Einfamilienhäuschen und Reihenhäuser mit Gärten davor sehen, Kinderspielplätze, Kirche, Kindergärten eine Schule und Gemeinschaftseinrichtungen, Marktplatz und Läden und und und. Aber diese Vision wird nicht eintreffen da vermutlich sogar die geplanten "Legebatterien" so unendlich teuer werden das es sich die junge Familie des Jahres 2030 nicht leisten kann, und überhaupt, wer kann das denn heute schon demografisch erheben das zu dieser Zeit dann überhaupt noch Wohnungen im Stadtgebiet gebraucht werden.
Bei der Alternative K21 könnten z.B. die Flächen am inneren Nordbahnhof relativ zügig bebaut werden, und später kann immer noch untersucht werden ob noch mehr Wohnraum überhaupt gebraucht wird.
Bitte helfen Sie uns unsere Stadt lebenswert zu erhalten.
Ich muß nun Schluß machen, obwohl ich noch einige Stunden weiterschreiben könnte.
Viele Grüße
Ihr
Jürgen Reinel
Parkschützer 3178 / Stufe 3
Es ist alles wunderbar ausgerechnet sagen die Politiker ... nur wenn es schiefgeht - Köln lässt grüßen - war es mit Sicherheit niemand der Befürworter dieses Projekts ... wir haben auf die Berechnung xy vertraut. Welche Berechnungen waren das? Es gibt sehr wohl Berechnungen, die große Bedenken ankündigen ... doch interessiert das? Man schaut so gerne nur auf das, was man im Eigeninteresse sehen will - doch hier geht es um das Wohlergehen von vielen vielen Menschen!
Zumal sich der Stuttgarter Kessel im Sommer enorm aufheizt, ist es unabdingbar die Frischluftschneise vom Neckar her frei zu lassen und nicht zu bebauen.